Das übereifrige Ordnungsamt
Das Ordnungsamt von Scharbeutz, der Nachbarort von Timmendorfer Strand, und ich – wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Ich hatte schon öfters das „Vergnügen“ mit der Arbeitsweise der Kontrolleure speziell dieser Gemeinde. Denn die Leute, die dort arbeiten, scheinen wirklich ein besonderer Schlag Mensch zu sein. Oder: Der Ort benötigt jeden Cent an Einnahmen.
Verkehrsregeln müssen selbstverständlich eingehalten werden, klar. Gerade das teils extrem wilde Parken in der Hauptsaison ist schlimm hier. Was mich allerdings massiv ankotzt irritiert, ist das völlig übertrieben scharfe Verhalten der Verkehrskontrolleure, das ich hier in der Lübecker Bucht in der Form wirklich nur von den Herrschaften aus Scharbeutz erlebe. Es wird wirklich ALLES aufgeschrieben, zB. Fahrräder, die nicht an den Fahrradständern abgestellt werden. Mit meinem kleinen Roller durfte ich wiederum NICHT bei den Fahrrädern stehen, sondern sollte laut dem Ordnungsamt besser einen ganzen Autoparkplatz belegen – was mitten in der Hauptsaison nun wirklich absoluter Quatsch ist (was sie auf meine Beschwerde hin damals sogar eingesehen hatten).
Ich hatte bspw. auch mal ein Ticket von diesen Übereifrigen bekommen, weil ich mit meinem Auto bei einem Seitenparkplatz am Straßenrand mit ca. 5 cm eines Reifens über der Linie stand. Weiter nach rechts konnte ich aber nicht, weil ich mir aufgrund der Böschung dort die rechte Seite zerkratzt hätte. Ja, die Autos sind heutzutage etwas breiter als noch in den 70ern, als die Markierungen vermutlich gesetzt worden sind, Scharbeutz. Was lob’ ich mir mein Timmendorfer Strand, wo zumindest gefühlt nicht ganz so genau hingeguckt wird. Jedenfalls habe ich hier in mittlerweile zwölf Jahren nicht ein einziges Ticket kassiert.
Am Freitag kam es nun zum ersten Clash mit Scharbeutz in 2026. Und vermutlich wird es nicht der letzte in diesem Jahr bleiben.
Ich hatte an der Strandallee Richtung Scharbeutz geparkt, um eine kleine Laufeinheit am Strand zu absolvieren. Kleiner Tipp für Gäste und Besucher: An den dortigen Parkschein-Automaten kann man sich durch einfachen Druck auf den grünen Button ein kostenloses Ticket für 30 Minuten ziehen. Da ich eh nicht länger laufen wollte, reichte mir das.
Als ich nun von der Laufrunde zurück kam, sah ich schon aus größerer Entfernung einen dieser Gelbwesten um mein Auto herumschleichen. Er guckte durch die Windschutzscheibe, muss dann das Ticket gesehen haben, das ungefähr noch für 2-3 Minuten galt. Alles korrekt. Ich wusste ja, wie lange ich circa laufe und dass es auf jeden Fall reichen sollte. Aber was machte er? Er fuhr nicht mit seinem Behörden-Auto weiter. Nein. Er wartete neben meinem Auto. Er wollte ganz offensichtlich die Zeit runterlaufen lassen, um dann sofort ein Ticket ausstellen zu können.
Ich ging zunächst an meinem Auto vorbei als sei es gar nicht meins und beobachtete die Situation beim Stretching. Zwei Minuten später zog der Typ tatsächlich direkt seinen kleinen Ticket-Apparat hervor. Genau in diesem Moment klickte ich auf die Fernbedienung, öffnete die Türen und ging zum Auto. Auf die Sekunde genau. „Naaa, alles gut kontrolliert? Alles korrekt?“, fragte ich ihn. Er: Steckte verstohlen sein Gerät weg und guckte sich wie ertappt in der Gegend um. Dann verzog er sich in sein Auto, fuhr ungefähr 500 Meter weiter und parkte dort erneut.
Ich auch. Direkt hinter ihm.
Nachdem wir uns dann gegenseitig noch ein paar Komplimente für unsere tolle Arbeitseinstellung an den Kopf warfen, begann er, die anderen Autos zu checken. Währenddessen ging ich zum nächsten Ticketautomaten und zog einfach mal 20 kostenlose Parktickets für die nächsten 30 Minuten – und klemmte sie den umliegenden Autos an die Scheibenwischer.
Mit herzlichen Grüßen nach Scharbeutz. Level 2026 has just begun.

